„Sag´ niemals drei, sag´ immer vier“- Gedenken an Adolf Ehrtmann

09.03.2018
Pressemitteilung

Mitten auf dem Burgtorfriedhof befindet sich die Ruhestätte des am 7. März 1979 verstorbenen früheren Bausenators (1946-1966) und Mitbegründers der CDU Adolf Ehrtmann. Die Hansestadt Lübeck hat dieses Grab auf Anregung des ökumenischen Arbeitskreises 10. November Lübecker Märtyrer zum  Ehrengrab erklärt und jetzt der Öffentlichkeit übergeben.
Eine feierliche ökumenische Gedenkfeier in der Kapelle des Burgtorfriedhofs zu Ehren  Adolf Ehrtmann gab den Rahmen für eine eindrucksvolle Erinnerung an den verdienten Lübecker. Nicht nur Propst Christoph Giering und Pastorin Constanze Oldenburg erinnerten an den Familienvater von 8 Kindern und überzeugten Christen. Senator a.D. Volker Kaske, CDU gelang es im Beisein von Nachfahren des 1897 geborenen Adolf Ehrtmanns und den anwesenden Gästen die bezeichnenden Wesenszüge des verdienten Lübeckers zu würdigen. „Adolf Ehrtmann war der Hauptangeklagte unter den mitangeklagten Laien im Lübecker Christenprozess, wurde 1943 durch den Volksgerichtshof zu einer fünfjährigen Zuchthausstrafe verurteilt und 1945 von den Russen befreit. Zurück in Lübeck nahm er sofort seine politische Tätigkeit wieder auf, wurde zum Mitbegründer und stellvertretenden Vorsitzenden der CDU in Lübeck. Durch sein christliches Ethos und seine Erfahrungen in der Haftzeit kannte er keine gesellschaftlichen Vorbehalte. Er konnte mit Menschen aller Schichten und politischer Positionen zusammenarbeiten. Als Bausenator erwarb er sich Verdienste beim Wiederaufbau des zerstörten Lübeck. Auf seine Initiative erfolgte Anfang der 50er Jahre der Ausbau des Kellers der Herz-Jesu-Kirche zur Krypta, zur Gedenkstätte für Johannes Prassek, Hermann Lange, Eduard Müller und Karl Friedrich Stellbrink. Sein Bestreben, das Gedächtnis an alle vier – über konfessionelle Grenzen hinweg- gemeinsam aufrecht zu erhalten, begleitete ihn bis zu seinem Tod“ so ist es in seiner Biographie nachzulesen. „ Wir können gerade in der heutigen Zeit viel von ihm lernen,“ so die jetzige Kreisvorsitzende der Lübecker CDU, Anette Röttger, MdL „ Es ist in dieser Feierstunde gelungen, darzustellen, mit wie viel Mut, einer unermüdlichen Energie zum Neuaufbau und einer ausgeprägten Schaffenskraft Adolf Ehrtmann gewirkt hat und sich immer wieder in den Dienst seiner Hansestadt gestellt hat. Seine vom festen Glauben getragene geduldige Hoffnung als Vater von 8 Kindern wird uns Vorbild bleiben und das ehrende Gedenken bewahren“, so die Kreisvorsitzende abschließend.