Wir müssen zahlreichen Studierenden jetzt gut durch diese Pandemie helfen

28.01.2021

Es gilt das gesprochene Wort!
Sehr geehrter Herr Landtagspräsident, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wer in diesen Pandemie-Zeiten studiert, sitzt vorwiegend vor dem Bildschirm und ist online damit beschäftigt.
Studierende brauchen jetzt starke Nerven.

Sie müssen in diesem wichtigen Lebensabschnitt, anders als je zuvor, nicht nur Klarheit darüber finden, ob der gewählte Studiengang der Richtige ist. Denn auch der Studienort präsentiert sich unter den Zeichen der Pandemie ganz anders als sonst: Kein Sportbetrieb, kaum Freizeitangebote, kaum Möglichkeiten, sich mit Kommilitonen zu treffen oder diese kennenzulernen, kaum Nebenjobs und manche finanziellen Engpässe.

Für viele stellt sich die Frage: Bleibt man in der Studentenbude am Studienort? Viele sind zurück nach Hause ins ehemalige Kinderzimmer gezogen. Meine Damen und Herren, es ist unser gemeinsamer Auftrag aber auch unser Anliegen und Bestreben, unsere Hochschulen mit ihren zahlreichen Studierenden gut durch diese Pandemie zu bringen. Unsere Studierenden sollen dabei keine weiteren zusätzlichen Nachteile erfahren. Dafür sind konkrete Maßnahmen auf den Weg gebracht. Dies ist im Bericht der Ministerin deutlich geworden.

Und ich möchte Ihnen, Frau Ministerin Prien, aber auch unserem Staatssekretär Oliver Grundei und den Mitarbeitenden im Ministerium und in den Hochschulen herzlich dafür danken. Ich freue mich auch darüber, dass uns viele positive Rückmeldungen erreichen über den guten und ganz regelmäßigen Austausch zwischen den Entscheidungsebenen im Wissenschaftsministerium und den Hochschulleitungen einerseits aber auch zwischen Ministerium und Studierenden andererseits.

Nur so bilden sich die aktuellen Realitäten im Hochschulalltag richtig ab. Nur so kann es gelingen, richtige Maßnahmen zu ergreifen.

Ebenso lobenswert ist es, dass es auch zwischen den Ländern einen eben solchen regelmäßigen Austausch gibt, denn ungleiche Alleingänge einzelner Bundesländer wären gerade bei Prüfungen im Hochschulbereich für alle Beteiligten nicht nachvollziehbar.

Der Prüfungszeitraum für das laufende Wintersemester steht in diesen Wochen unmittelbar bevor. Ich halte es für klug und folgerichtig, dass es jetzt im Lockdown eine klare und rechtssichere Prüfungsperspektive für die Studierenden gibt.

Während sich unter normalen Bedingungen die Studierenden in den Bibliotheken auf ihre Prüfungen vorbereiten, sich in Lerngruppen verabreden oder zwischendrin in der Lernpause mal in die Mensa oder Cafeteria gehen, ist alles das derzeit nicht möglich.

Mit der aktuell hohen Infektionslage und einer Verunsicherung durch auftretende Virusmutationen findet ein Online-Wintersemester statt. Der weitgehende Verzicht auf Präsenzprüfungen ist folgerichtig.

Es ist gut, dass sich die Hochschulleitungen in Absprache mit dem Wissenschaftsministerium vor wenigen Tagen auf einen rechtssicheren Weg für Online-Prüfungen verständigt haben. Mit der neuen HEVO (Corona- Hochschulrechtsergänzungsverordnung) können digitale Prüfungsformate in den jeweiligen Hochschulen umgesetzt werden. Sollte dieser kurzfristig eingeschlagene Weg für Studierende zu dem Nichtbestehen einer Prüfung führen, wird ein zusätzlicher Prüfungsfreiversuch gewährt. Die bereits für das Sommersemester 2020
geltenden Maßnahmen zum Freisemester und einer möglichen Verlängerung der Regelstudienzeit werden fortgeschrieben. Das entlastet junge Menschen, die BAföG beziehen, sehr. Und Jurastudierenden wird ein zusätzlicher Freischuss gewährt. Alles das hilft den Studierenden in der aktuell nicht einfachen Situation und nimmt auch ein Stück Druck weg. Das unterstützt bei den vielen anderen Herausforderungen in diesem Pandemie-Semester.

Damit bleibt das Studium in Schleswig-Holstein in der Pandemie zwar außergewöhnlich und verlangt allen Beteiligten viel ab. Stattfindende Prüfungen bleiben aber eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Studierende keine zusätzlichen Nachteile haben. Ich bin zuversichtlich, dass unsere Studierenden auch in diesen Zeiten erfolgreich studieren und ihre angestrebten Abschlüsse erreichen
werden. Alle miteinander brauchen dafür vermutlich in dieser Phase etwas mehr Geduld und gegenseitige Rücksichtnahme als sonst üblich. Aber genau das trauen wir gerade unseren Hochschulen zu! Sie werden verantwortungsvoll damit umgehen.