CDU Lübeck: Rentenreform muss Effizienz steigern
Zur Diskussion über die Rentenreform erklärt der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete, Dr. Hermann Junghans:
Wichtiger als die Forderung alle gesetzlichen Altersversorgungssysteme zu einem gemeinsamen System zusammenzuführen, ist die Steigerung der Effektivität der Systeme.
Die reinen Umlagesysteme aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gründeten auf der Erwartung steigender Wirtschaftskraft und im gleichen Verhältnis steigender Beitrags- und Steuereinnahmen. Heute wächst die Wirtschaftskraft nicht mehr wie in den vergangenen Jahrzehnten und das Verhältnis von Beitrags- und Steuerzahlern zu Renten- und Pensionsempfängern schafft neue Herausforderungen.
Als die geburtenstarken Jahrgänge noch voll im Erwerbsleben standen, wäre ein Umbau des Systems sehr viel leichter gewesen. Leider kamen damals keine politischen Mehrheiten für eine nachhaltige Reform zustande.
Dass eine nachhaltige Reform heute schwerer fällt als sie vor Jahrzehnten gewesen wäre, ist offensichtlich. Dennoch ist sie zwingend erforderlich, um den Wohlstand unseres Landes zu erhalten.
Eine Kapitaldeckungssäule in den Altersvorsorgesysteme wurde lange als „Casinorente“ verunglimpft. Dabei kann bei einer schrumpfenden Bevölkerung nur ein Kapitaldeckungsanteil es ermöglichen, für die Einzahlungen später höhere Auszahlungen zu erhalten.
Nur durch solide und renditeorientiert angelegtes Kapital werden Altersvorsorgesysteme zu einer guten Investition. Erst wenn man für seine Einzahlungen später deutlich höhere Auszahlungen bekommt, wird die Akzeptanz der gesetzlichen Rentenversicherung auch wieder zunehmen.
Die Verbesserung der Systeme ist deshalb wichtiger als ihre Zusammenführung in ein System.
Falls sich der Bundestag sich dennoch darauf verständigt, dass es die gesetzliche Rentenversicherung eine Pflichtversicherung für alle wird, dürfen die zusätzlichen Beiträge nicht gleich als Rentenzahlungen ausgegeben werden.
Sie müssen für den Aufbau eines Kapitalstocks genutzt werden. Auf keinen Fall darf man die Fehler Österreichs wiederholen. Dort werden sich die Probleme verschärfen, wenn die neu aufgenommenen Berufsgruppen in die Rentenphase kommen.